Das Gestern erforschen und das Morgen gestalten!

Der erste Plauener Vogt - er hieß natürlich Heinrich, wie alle männlichen Mitglieder seiner Familie - regierte von 1238 bis 1303. In seiner langen Regentschaft betrieb er einen aktiven Landesausbau durch die Ansiedlung von Bauern und Handwerkern, durch eine grundlegende Organisation des gesellschaftlichen und geistlichen Lebens. In Plauen entwickelte er die vor 1200 gegründtete Stadt durch Vergrößerung (Neustadt), den Bau einer mächtigen Burg, die Verbesserung der Infrastruktur (steinerne Brücke) und die Ansiedlung des Deutschen Ordens. In Theuma förderte er die Einrichtung einer ständigen Pfarrstelle zur christlichen Seelsorge der lokalen Bevölkerung. Und in Mechelgrün ließ er eine Burg als lokales Herrschaftszentrum bauen.

Im Südosten von Plauen bewegen wir uns also unmittelbar auf dem Kulturweg der Vögte.

 

Das Kulturweg-Projekt, das sich inzwischen zu einer deutsch-tscheschichen Initiative zur Entwicklung des kulturellen Erbes des Vogt- und Egerlandes entwickelt hat, besitzt großes touristisches Potential. Dabei sollen die kulturellen Schätze der Region aber nicht nur den Urlaubern aus dem In- und Ausland bekannt gemacht werden, sondern auch den heimischen Vogtländern und Egerländern.

Initiative Mechelgrün

Lucas Pressler - Leiter der Initiative                    Dr. Martin Salesch - wiss. Mitarbeiter VoMu

 

 

Der langsame aber stetige Verfall der Schlossruine Mechelgrün lässt die ehemalige Bedeutung dieser historischen Stätte nicht mehr erkennen. Ungelöste Eigentumsfragen verhindern eine bauliche Sicherung der einstürzenden Mauern und eine würdige Herrichtung des Areals.

Deshalb ist es unsere Motivation die Reste der mittelalterlichen Burg und des neuzeitlichen Schlosses gründlich zu erforschen und in einen kulturhistorischen Kontext zu setzen. Auf diese Weise können wir auf die Bedeutung der Anlage hinweisen und eine Sanierung inhaltlich vorbereiten.




Grundlagen

Wertvolle Informationen zur Erforschung der Burgstandorten oder auch alter Verkehrstrassen bietet das Geoportal Sachsen. Als besonders hilfreich hat sich das "Schummerungsbild" erwiesen, dass unter den Geobasisdaten zu finden ist. Es zeigt die Geländeoberfläche ohne Bewuchs, was im waldreichen Vogtland von großem Vorteil ist.

Die Kursächsischen Meilenblätter, die um 1800 erstellt wurden sind ebenfalls im Geoportal Sachsenatlas zu finden.

 

 

https://geoportal.sachsen.de/mapviewer/resources/apps/sachsenatlas/index.html

 

 

Burgenforschung im
sächsischen Vogtland

Burgen und Befestigungen zählen zu den historischen Relikten, die schon seit über 100 Jahren intensiv erforscht werden. Auch im Vogtland.

Burgenforschung

Einen wahren Gelehrtenstreit entfachte schon zur Mitte des 18. Jahrhunderts die Dobenau in Plauen. Noch heute wird darüber gerätselt, ob auf dem markanten Felsen eine Burg gestanden hat. Womöglich die erste Burg der Grafen von Everstein?

Um 1900 machte Eduard Johnson in mehreren Zeitungsartikeln auf die vogtländischen Burgen aufmerksam und brachte die These ein, dass viele neuzeitliche Rittergüter aus mittelalterlichen Bühlburgen hervorgegangen sind. Das lässt sich heute aber nicht mehr aufrecht erhalten.

1906 veröffentlichte Eduard Trauer eine erste Liste der vogtländischen "Ringwallanlagen". Da der Begriff Ringwall vor allem für vorgeschichtliche Befestigungen verwendet wird, soll bei uns der Ausdruck "Bühlburg", den Erich Wild eingeführt hat, benutzt werden. Denn Bühl steht im Vogtländischen für einen Hügel, dem zentralen Element dieser mit Graben und Wall umschlossenen Anlagen des Mittelalters.

So richtig los ging es mit der Burgenforschung aber, als Ferdinand Mohr die "Schlackewälle" auf dem Eisenberg als bronzezeitliche Befestigung deutete.

In den späten 1930er Jahren und in der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg bereicherte Amandus Haase die vogtländische Burgenlandschaft durch mehrere Entdeckungen. Leider beschränkte er sich bei seinen Untersuchungen zumeist auf kleinere Schürfungen und Suchschnitte. In größerem Stil konnten Walten Bachmann in Wiedersberg und Hans Nadler in Rodewisch graben.

 

Einen neuen Schwung bekam die Burgenforschung nach 1953, als Rudolf Laser und Gerhard Billig systhematisch alle Burgstandorte im Vogtland untersuchten. Gerhard Billig ist der interdisziplinäre Blick auf die Burgen zu danken, der Namensforschung, Familienforschung, Landesgeschichte, Verkehrs- und Siedlungsgeschichte miteinander verband.

Drohnen im Einsatz

Um die Burgen genauer in den Blick zu nehmen, lässt die Initiative Mechelgrün Drohnen aufsteigen. Zum Einsatz kommen dabei eine DJI Mini 4K und eine DJI Air 3S.

Hier entsteht demnächst eine Literaturliste

Vogtländische Burgen-Bibliographie

Bachmann, Walter: Das alte Plauen.

Ein Beitrag zur Inventarisation der Bau- und Kunstdenkmale, Dresden 1954.

Schloss der Vögte, Burg der Eversteiner (Malzhaus), Dobenau.

Bachmann, Walter: Wiedersberg im Vogtlande.

In: Mitteilungen des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz 29, 1940.

Wiedersberg.

Berthold, Ludwig & Näbe, Max: Ausgrabungen auf dem Kapellenberg bei Schönberg.

 In: Mitteilungen des Vereins für vogtländische Geschichte und Altertumskunde 27, 1917, Seite 161–176.

Kapellenberg.

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